1960 in Heidelberg geboren
Mutter: Dolmetscherin, Vater: Professor der Theologie
1969 Umzug nach Strasbourg / Frankreich
Initialzündungen:
- mein selbstentworfener Dia-Projektor aus Sperrholz, einer Klopapierrolle und einer ausrangierten Briefmarkenlupe, mit dem die Werbegeschenk-Dias eines französischen Weichkäseherstellers im Rahmen von " Familien-Kino-Abenden" an meine Kinderzimmerwand projiziert wurden,
- der Fotografie-Experimentierkasten – der leider spurlos vom Markt verschwunden ist – und mit dem man sich
eine Spiegelreflexkamera zusammenbauen konnte,
- die Musik von Pink Floyd, The Who, CSN&Y und meine Teenager Rock-Band,
- die Bühne unserer Kirchengemeinde, auf der ich bei meiner "Weltpremiere" in einer Cowboy-Slapstick-Tortenschlacht mitspielen durfte.
1977 Rückkehr nach Deutschland, Hannover
Es folgen die Nachbeben der 68´er Jahre. Ich engagiere mich aktiv in der Anti-Atom Bewegung und entdecke den Jazz.
Ich gründe
mit 18 einen der ersten Bio-Läden Deutschlands, aus dem dann später ein
Kulturzentrum wurde.
Kaum ist der Körper gesund, zieht es mich wieder auf die Bühne. Die neuen Clowns wie Jango Edwards oder Pidgeon Drop sind unterwegs und machen die Theater unsicher. Geniale „Physical Comedians“ lange vor den Kollegen von „Samstag Nacht“. Ich bin begeistert und probiere es selbst als Komiker auf der Strasse, bei Stadteilfesten und auf dem Kirchentag.
1979 Abitur und 1980 Zivildienst in einem Dritte Welt Büro.
Ich steige am Ende des letzten Arbeitstages in den Nachtzug Warschau-Paris, der in Hannover Zwischenstopp machte.
1981 - 1983 Studium an der Université Paris VIII (ehemals die berüchtigte „Faculté de Vincennes“): Schauspiel, Regie, Comedy, Dramaturgie, Akrobatik, Licht und Szenographie.
Jahre, von denen ich jetzt noch zehre. Meine Lehrer kamen vom Théâtre du Soleil, von der Comédie Francaise, vom Zirkus und vielen anderen spannenden Einrichtungen. Ich war wie ein ausgetrockneter Schwamm, süchtig nach Theater, Tanz und Kino und brachte es fertig, den angeblich unverständlichen Jahrhundertroman „Ulysses“ von James Joyce in der französischen Fassung in gerade mal zwei Wochen mit Begeisterung zu verschlingen.
Paris war kulturell der Hammer. Für die Liebe war in der Stadt
der Liebe allerdings kein Platz. Ich hauste ohne Heizung, Bad und Kühlschrank
in einer 1 Zimmer-Wohnung in der Nähe der Porte de Pantin.
Nach intensiven Jahren flüchte ich angesichts von 95 % Arbeitslosigkeit in dem von mir angestrebten Beruf wieder auf die andere Seite des Rheins zunächst nach Genf und dann - Dank eines lieben Freundes (dem Schauspieler Andreas Jung) - nach München. Das Glück ist auf meiner Seite. Ich ergattere 1984 eine Hospitanz an den Münchener Kammerspielen bei Georges Tabori – von dem ich in meinem Pariser Exil noch nie etwas gehört hatte. Kulturschock und Ernüchterung. Ein toller, lebenserfahrener Regisseur mit den unglaublichsten Geschichten im Ärmel, dagegen der Mief eines Stadttheaters, in dessen Kantine man innerhalb von 10 Minuten Depressionen bekam - ich zumindest. Der Chefdramaturg fragte mich anschliessend, ob ich bleiben möchte. Ich zog tollkühn den Hut und begab mich auf "Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahre", die ich unterdessen auch in Rekordzeit verschlungen hatte. Meine Wanderjahre sollten allerdings - sehr zum Kummer meiner Eltern - etwas länger als die von Goethe dauern. Und zwar bis ziemlich genau 1990.
1984 - 1990 In diesen Jahren war ich Regieassistent, Schauspieler und Lichtdesigner bei vielen Theater-, Tanz- und Filmproduktionen, musste allerdings zwischenzeitlich immer wieder auch als Lagerarbeiter, Übersetzer, Barkeeper und Beleuchter arbeiten, was ich nie bereut habe, denn Bodenhaftung kann in diesem Metier nicht schaden.
Mit der Geburt meines Sohnes Lucien ändert sich das Blatt. Ich beschliesse das erste Jahr zu Hause zu arbeiten UND mich fortan voll und ganz auf mein Berufsfeld zu konzentrieren. Schreibe innerhalb von einem Jahr 60 deutsche Synchronbücher von amerikanischen und englischen TV-Serien wie "Reich und Schön" (Aua!), "Gophers" (tolle englische Puppenserie, die auf RTL lief) und "Evening Shade" (eine geniale Serie mit Burt Reynolds in der Hauptrolle, die für den amerikanischen Markt viel zu intellektuell war - für den deutschen Markt leider auch).
Gleichzeitig flitze ich von einem Bewerbungsgespräch zum anderen und ergattere 1991 die Moderation für eine Flirtshow bei Sat1. Was für ein schräger Job! Wir drehen im frisch geöffneten Berlin und ich lerne die hellen und die dunklen Seiten des Show-Business am eigenen Leibe kennen.
Nach 52 Folgen bietet man mir 1993 die Moderation von "Vorsicht Kamera" an. Ein noch wilderer Auftrag. Der Produzent hat einen rabenschwarzen Humor und wir lassen es im wahrsten Sinne des Wortes krachen. Die Kritik ist ebenso rabiat und ich muss etliche Federn lassen. Lehrreiche, abgrundtief lustige aber auch schmerzhafte Zeiten. Dazwischen ein herrliches Intermezzo als Berlinale Reporter (ebenfalls für Sat1) und diverse Galas und Events, von denen ich im Rückblick mit einem breiten Grinsen berichten kann, denn es war wirklich eine verrückte Zeit.
Glücklicherweise habe ich mich von Anfang an auch für die andere Seite interessiert: das Schreiben, Formate entwickeln, Producing und natürlich die Regie, die schon beim Theater mein großes Ziel war. So konnte ich die Entwicklungsabteilung der Plaza Media (später Janus) eine ganze Weile mit aufbauen, etliche neue Formate entwickeln, pilotieren, und dabei auch immer wieder Regie führen.
1996 wurde ich so zum Producer einer Fußball-Quizshow (ohne die geringste Ahnung von Fußball zu haben!) und im selben Jahr zum Producer und Hauptdarsteller einer neuen Kinderserie berufen, die ich entwickeln sollte. Daraus wurden viele glückliche Jahre. Ich heuerte den großartigen Komiker Stan George als Partner vor der Kamera an und den wunderbaren Regisseur Andreas Bertram. Stan und ich entwickelten, schrieben und spielten (später noch ergänzt durch die Puppenspielerlegende Siegfried Böhmke) über 100 Folgen lang die unglaublichsten Geschichten, die, egal ob unter Wasser, im All, in der Steinzeit oder in Mexiko, alle im Studio mit alten (und neuen) Bühnen- und Filmtricks realisiert wurden. Das Team schwärmt heute noch davon und die Kritik war begeistert.
1999 fand das ZDF ebenso viel Spaß daran und engagierte uns mit unserer Kinder-Science-Fiction Serie "Die Spaceboys", die ich mit Stan selbst produziert habe und bei der ich dann auch Regie führte.
Im selben Jahr klopfte der BR mit seiner "Die Guinness Show der Rekorde" (ARD) an der Tür. Ich wurde als Producer für die Aussenrekorde engagiert. Ein weiterer Trip in die Welt des medialen Irrsinns. Mittendrin wurde der Autor der Sendung krank, was dazu führte, daß ich das Drehbuch für eine Samstag-Abend Show der ARD schreiben durfte. Man lernt nie aus.
Ein Jahr später, wir schreiben das Jahr 2000, kam wieder die Plaza Media, diesmal mit einem Millionenauftrag, bei dem ein neuer MAN-LKW mit riesigen TV- Shows in 54 Ländern simultan präsentierte werden sollte. Ich war künstlerischer Leiter und Producer der Operation, bei der eine Show live alle 5 Minuten von einer Mega-Show zur anderen von München nach Birmingham, Paris, Warschau, Como, Marrakesch und Istanbul wanderte, und dabei in besagten 54 Ländern auf gigantischen Vidiwalls präsentiert wurde. What a trip!
2001 küsste mich die Muse auf die wunderbarste Art und Weise. Johannes C. Weiss, beauftragte mich mit dem Producing und der Regie einer Show im Münchener Prinzregententheater: "April, April" mit April Hailer und Christoph Pauli. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk konnte es für mich gar nicht geben. Es gab Standing Ovations und auch heute noch denke ich dankbar und gerührt an diese tolle Produktion zurück, bei der es mir gelang, das ehrwürdige Prinzregententheater für einen Abend ziemlich auf den Kopf zu stellen.
Ein Jahr später, 2002, war ich Regisseur von diversen großen Galas, von denen mir die Mentor Gala mit Königin Silvia von Schweden und dem komplett versammelten Adel Deutschlands in lebhafter Erinnerung geblieben ist. Beate Wedekind hat mich damals engagiert - und mich auch für andere ehrwürdige Veranstaltungen, wie für "Menschen für Menschen" mit Karlheinz Böhm, in den darauf folgenden Jahren verpflichtet.
Im selben Jahr begann ein weiteres schicksalsträchtiges Projekt. Die Janus engagiert mich als Regisseur und Producer für die Disney Filmparade für Pro7. Daraus sollten sechs glückliche Jahre werden, in denen ich 120 Dokumentarfilme über Tiere, Shows, seltene Handwerke und vor allen Dingen interessante Menschen machen durfte. Dazwischen jede Menge "Wiederbelebungen" von Legenden wie Robinson Crusoe, Sindbad, Benjamin Franklin oder die die Gebrüder Grimm. Eine wahre Wonne, produziert mit einem wunderbaren 10-köpfigen Team, sowie großartiger Technik in Disneyland Paris und in Walt Disney World Florida, wo ich auch meine Frau Ouida kennenlernen durfte. Was will man mehr? Dazwischen wüte ich als Erfinder "Dieter Draht" vor und hinter der Kamera für "Galileo" und entwickle fleissig neue Formate.
2009 mache ich wie jedes Jahr seit 2003 Regie beim großen ADAC Ball in Berlin, bei dem sich Showgrößen wie Udo Jürgens, Paul Kuhn, Howard Carpendale, Roger Cicero oder Otto Waalkes die Klinke in die Hand drücken. Dann kommt ein Anruf von der First Entertainment, eine Tochter der Bavaria Filmstudios, die mich gleich für zwei Formate verpflichten: die Disney Fanshow und ein neues Projekt für die ZDF: "Die Ärzte", bei denen ich bei 23 Folgen à 45 Minuten für die Regie und das Producing verantwortlich bin. Dazwischen neue Formate, viele Ideen, ich miete eine alte Backstube als Kreativlabor und beschliesse mir in Zukunft treuer zu bleiben.
2010 Es geht weiter mit den "Ärzten" und dem ZDF, zwei weiteren Shows für Disney, 25 Märchen-Dialogbüchern für den KIKA, vielen Format-Entwicklungen und einer neue Wissens-Show für die ARD / EinsPlus.
2011 65 neue Folgen "Die Ärzte" mit neuem Konzept. Daneben Entwicklung des weltweit ersten ökologischen Film- und Fernseh-Studios. Disney klopft wieder an, neue Formate in Arbeit für das ZDF und die ARD. Bleibt spannend.